Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in über 110 Ländern im Einsatz.

Save the Children begleitet das Human Rights Film Festival Berlin seit seiner Gründung als Hauptpartner. www.savethechildren.de

Die Kunst des Aufrüttelns

von Martina Dase, Leiterin für Medien & Strategische Kommunikation bei Save the Children Deutschland

 

Es mag Themen geben, die sich auf morgen verschieben lassen – der weltweite Klimawandel gehört nicht dazu. Die schockierenden Überflutungen haben hoffentlich die letzten Zweifler aufgerüttelt. Extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Unwetter, lange Hitzeperioden und Dürren suchen den Planeten bereits jetzt immer häufiger heim. Ihre verheerenden Folgen bedrohen nicht mehr nur unsere Zukunft, sondern längst auch die Gegenwart. Je spürbarer die Bedrohung, desto notwendiger ist das radikale Umschwenken der weltweiten Politik.

 

Die machtvollsten Stimmen für diese unerlässliche Umkehr kommen aber nicht von Entscheidungsträgern, sondern von Kindern und Jugendlichen. Sie haben sich kurz nach unserem Festival erneut zu einen weltweiten Klimastreik verabredet. Und so steht auch in unserem Festivalprogramm jene Generation im Mittelpunkt, die von den Auswirkungen der multiplen Krisen am meisten betroffen sein wird – und am längsten.

 

Besonders für die 710 Millionen Kinder aus den 45 Ländern, in denen die schlimmsten Folgeerscheinungen erwartet werden, gelten diese verbrieften Rechte allerdings nur theoretisch. Vielmehr erwartet sie Hunger und Wassermangel, Krankheiten und Bildungsabriss, vielfach auch Heimatverlust. Denn die Klimakrise, langjährige Kriege und Konflikte und jetzt die Corona-Pandemie schaukeln sich gegenseitig auf.

 

Deshalb werden wir als weltweit tätige Kinderrechtsorganisation nicht müde, die vielfältigen Auswirkungen der Klimakatastrophe für Heranwachsende ins Bewusstsein zu rücken.

 

Kinder rütteln auf und greifen ein.

 

In den fünf bemerkenswerten, sehr unterschiedlichen Filmen, die wir als Hauptpartner dieses Festivals vorstellen, stehen jedoch nicht allgemeine Trends und Fakten im Mittelpunkt. Da geht es um konkrete Gesichter und Geschichten von Kindern, die aufbegehren und etwas riskieren. Erzählt mit der aufrüttelnden Kraft der Dokumentarfilm-Kunst – sie ist ein unverzichtbares Element der “Kunst der Veränderung”, die wir unter unserem diesjähriges Festivalmotto “The Art of Change” beleuchten.

 

Nichts wird dringender gebraucht.

21. SEPTEMBER 2021